Verein für Heimatkunde und Heimatpflege</br>Groß-Enzersdorf

Verein für Heimatkunde und Heimatpflege
Groß-Enzersdorf

22 April 2026
Otto Brandtner Die heutige Südbahn hat zwei Vorläufer: Die Wien-Gloggnitzer Bahn, finanziert durch Simon v. Sina, und die Bahn von Graz nach Mürzzuschlag, erbaut durch des Steirischen Landesfürsten Erzherzog Johann. Der Lückenschluss über den Semmering wurde lange Zeit für undurchführbar gehalten, obwohl schon Planungen erfolgt waren. Sogar namhafte Fachleute meinten, dass man eher über das ungarische Flachland von Wien nach Graz und weiter bis an die Adria fahren sollte. Nachdem in Wien die Revolution von 1848 niedergeschlagen war, wurde der Bau der Semmering-Strecke rasch begonnen um die großen Massen an unzufriedenen Arbeitern aus der Stadt zu bewegen. Die Pläne des Carl Ghega wurden als geeignet befunden. Bis zu 20 000 Arbeiter, dabei auch viele Frauen, waren gleichzeitig beschäftigt. 1854 war die Strecke zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag befahrbar. Damit entstand, zusammen mit der Nordbahn, eine leistungsfähige Verbindung quer durch Europa. Als Carl Ghega die Semmerings-Strecke trassierte stand noch nicht fest, ob es jemals Dampflokomotiven geben würde, die solche Steigungen bewältigen können. Daher wurde 1851 auf der teilweise fertigen Strecke ein Lokomotiv-Wettbewerb abgehalten, an dem sich vier Hersteller beteiligten. Alle Maschinen erfüllten die Bedingungen, aber keine konnte wirklich überzeugen. Daher beauftragte man den Ingenieur Wilhelm v. Engerth eine spezielle Gebirgslokomotive zu entwickeln. Die Bauart „Engerth“, eine Stütztender-Gelenklokomotive, war sehr erfolgreich und wurde auch im Ausland nachgebaut. Dabei stützt sich der Hinterkessel auf den Tender. Ein Modell der „KAPELLEN“ befindet sich im Technischen Museum Wien. Engerth-Lokomotive Die Semmering-Strecke wurde 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Derzeit wird die Österreichische Südbahn durch moderne Tunnelbauten (Koralm-Tunnel, Semmering-Basistunnel) zu einem wichtigen Europäischen Verkehrskorridor aufgewertet. Eintritt für Mitglieder: Freie Spende  Unkostenbeitrag für Nicht-Mitglieder: EUR 9,- Veranstaltungsort: Stadtsaal Groß-Enzersdorf, Hauptplatz 1 Saaleinlass: 18:30 Uhr Beginn: 19:00 Uhr              
30 März 2026
Am 16. April 2026 beleuchtete der Heimatverein Groß-Enzersdorf im Stadtsaal die historische Rolle von Julius Meinl II. als Vordenker eines vereinten Europas. Referent Dr. Michael Fembek zeigte auf, wie Meinl bereits in den 1920er Jahren durch die „Mitteleuropäische Wirtschaftstagung“ versuchte, Handelsbarrieren abzubauen – eine Idee, die heute als früher Vorläufer der EU-Integration gilt. Besondere Ehre erwiesen dem Abend die Urenkelin Jeannette Meinl und Mag. iur. Ernst Meinl, die dem interessierten Publikum im Anschluss für persönliche Gespräche zur Verfügung standen. Ein gelungener Abend, der aufzeigte, dass die Kaffeedynastie Meinl weit mehr als nur Tradition, sondern auch enorme wirtschaftliche Weitsicht verkörpert. Bericht des Vereins Diashow Fotos sind im Archiv abgelegt